hannes_quer.jpg

Über mich

Ich wollte eigentlich Künstler werden: Maler oder Musiker, am besten beides! Aber dann bin ich beim Wort gelandet. Lesend, sprechend und schreibend.

Seit ich denken kann, begeistern und faszinieren mich Geschichten. Einen Monat vor meinem elften Geburtstag bekam ich von meinem Vater Alle Abenteuer dieser Welt von Georg Andrees geschenkt. Das erste Buch, das ich bewusst gelesen habe. 
 

Durch meine Jugend hindurch begleiteten mich der Steppenwolf von Hermann Hesse, Die Sansibar oder der letzte Grund von Alfred Andersch und Heinrich Bölls Ansichten eines Clowns. Diese Autoren haben auf literarische Art meine gesellschaftspolitische Haltung geprägt. Im Laufe der Jahre folgten viele weitere Bücher, die mich berührt, fasziniert oder nachdenklich gemacht haben. 
 

Mit Horkheimer und Adorno unter dem Arm habe ich gegen meine Väter rebelliert. Die Minima Moralia haben mir die Sinne geschärft für das emanzipatorische Potential der Künste und die korrespondierenden Zusammenhänge von Kunst und Gesellschaft. Geschichten, die sich in Bildern oder Tönen oder Bewegungen erzählen, interessieren mich. Vor allem, wenn ich darin etwas über mich selbst erfahren kann. Wenn eine Geschichte mehr ist als nur ein unterhaltsames Ereignis. Wenn die Sprache zur Kunst wird. Gesprochen. Gesungen. Geschrieben. Getanzt oder gespielt. Wenn sie Tiefe haben und in mir etwas zum Klingen bringen. 
 

Viele Jahre meines Berufslebens habe ich zu gesellschaftlichen Transformationsprozessen und ihren Wirkfaktoren gelesen, gesprochen und geschrieben (siehe Publikationen). Erst an der European Graduate School in der Schweiz, danach an der Internationalen Hochschule Calw und zuletzt an der MSH Medical School Hamburg. Immer war mir und meinen geschätzten Kolleg.Innen dabei die künstlerische Perspektive wichtig. Von der künstlerischen Erfahrung her auf Mensch und Gesellschaft zu blicken. In einer Art wechselseitiger Analogie und Reflexion. In einem andauernden Experiment. Voller Zweifel. Zweifellos.

Hannes Jahn